Jesper Munk trifft Caol Ila 11 yo (SV)


Junger Raucher mit Tiefgang
Yeah, Gitarre - Yeah, Antritt und Attacke.
Yeah, Stimme - Yeah, Rauch - ig.
Unverblümt und gleich los, so macht es der damals noch junge Jesper Munk auf dem Album mit dem opener "hungry for love".
Es könnte auch sein, dass das der junge John Mayall ist, vielleicht auch ein SüdstattenRocker auf seine alten Tage. Weit gefehlt... der Junge war damals 21 Jahre alt und muss entweder eine gesegnet Stimme haben oder schon viel geraucht und getrunken haben.
Es rockt und groovt, handmade music und das ganze nicht nur geschrammel, sondern eben mit Attacke, Ideen, gutem Songwriting und Seele. Einzig am Titel der Platte ("for in my way it lies") könnte man noch arbeiten ;-)
Mal eben am Caol Ila genippt... mm... der standard 12er wäre auch da gewesen, aber der hat nicht so viel Attacke, das passt besser. 46% Vol und weniger smooth... auch wenn es schon ähnlich schmeckt, aber der Rauch und der sanfte Nachklang sind eben etwas deftiger.

Caol Ila 12 war mein erster rauchiger und der 11yo von Signatory Vintage ist besser... eben so wie ich finde, dass die erste Scheibe von Jesper Munk besser als die zweite ist. Die groovt und schiebt ihre Gitarrensoli daher - wunderbar.
Nicht super durchdesignt, nicht Mainstream, trotzdem einfach gutes Handwerk.
So wie der Caol Ila - die Bluesbar und der Rauch, die Asche auf dem Tisch und der Geruch der Nachtluft nach verlassen der Bar - alles da...
Es klingen auch alle Tracks etwas ähnlich - entweder derb und Krawall, oder bluesgtränkt. Ab und an auch ein Hauch Schmalz und Saft.. vielleicht sogar kitschig ("i love you")... aber das sei einem jungen Kerl (Gerade aus der Pubertät draußen) auch vergönnt.
Der Caol Ila schmeckt da nicht so kitschig, eher herb, hat aber auch eine süßliche Note, vielleicht etwas Popcorn mit Puderzucker. Aber die Nase täuscht, wenn man dran nippt kommt der Akkord aus "Lady River Song" herangerauscht und sagt: Alkohol und Prickeln, Seetang, Salz und Blueskeller. Es bleibt ein wenig Rauch und der Geschmack nach einer Holzbank auf die es geregnet hat.
Lecker - und nach dem zweiten Schluck wird er süffiger und lädt einem zur zweiten Runde ein. Ein süßholziger, zirbenstubenmäßiger Geruch machte die Nase lieblicher.
Seite zwei beginnt laid back, eine Mischung aus B.B.King und Santana - auch wenn da die Stimme etwas dünn wirkt.
Das macht Spaß zu hören, das macht Spaß nebenher zu trinken - ach ja, die Platte ist in Mono aufgenommen.
Oldschool, passt.  Das alte AT MG 35V Tonabnehmersystem passt da auch. Gut aber nicht zu fein - wie Jesper und der Caol Ila auch.
Und "drunk on you" klingt einfach großartig nach ... naja einem guten Glas. Rauch. und Liebe zur Musik - slàinte